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Chronik

Der Schwanen ist uns heute ein geläufiger Begriff für einen Gasthof, aber warum der Wolfartsweierer Schwanen so heißt, weiß man nicht. Das Wirtshaus liegt an der Landstrasse (der heutigen Steinkreuzstrasse) und der Einmündung der Dorfgasse, der heutigen Wettersteinstrasse, eine günstige Lage für eine Gaststätte. In den früheren Jahren oft nicht ohne Ungemach. So musste der Schwanenwirt Friedrich Schäfer 1797 beklagen, dass die durchziehenden Franzosen seinen ganzen Wein, 17 Ohm (2550 l), ausgetrunken haben, dazu den Most und Branntwein, ein Schaden von 429 Gulden. Da der Wetterbach südlich am Grundstück vorbei floss, musste der Wirt auch immer wieder Hochwasserschäden hinnehmen, besonders bei der großen Unwetterkatastrophe von 1837.


1746

Im Oktober 1746 sprach Michael Schäfer auf dem Bürgermeisteramt vor, um die Schildwirtschafts-Gerechtigkeit für sein Haus Nr. 14 an der Landstrasse zu beantragen. Es war schon ein anderer Bewerber vorsprachig, doch die Rentkammer in Durlach entschied sich für Michael Schäfer. Ob die Behauptung Michael Schäfers, in seinem Haus habe sich schon immer das Gasthaus Zum Schwanen befunden, was seine siebzigjährige, verwitwete Schwiegermutter beteuerte, weil sie im Kamin ihres Geburtshauses als Kind ein Schild zum Schwanen gesehen haben will, den Ausschlag gegeben hat, wissen wir nicht. Dieser andere Bewerber versuchte in den nächsten Jahren noch öfters eine Konzession zu erhalten, aber die Rentkammer blieb bei ihrem Beschluss nur eine Wirtschaft zuzulassen.


1748

Am 13. Juli 1748, erhielt der Bürger Michael Schäfer von Markgraf Karl Friedrich die Konzession, eine Realwirtschaft in Wolfartsweier im Haus Nr. 14 an der Landstasse zu betreiben. Im Kirchenbuch wurde Michael Schäfer schon 1725 als sesshafter Bürger in Wolfartsweier erwähnt. Die Schildwirtschafts-Gerechtigkeit Zum Schwanen wurde auf das, von Michael Schäfer bewohnte zweistöckige Haus erteilt. Drei Jahre vor der Eröffnung seines Schwanen hatte er Maria Lang geheiratet und hatte mit ihr mehrere Kinder, die zum Teil früh starben.


1821

Viele Jahre blieb der Schwanen in der Hand der Familie Schäfer, bis 1821 der Bäckermeister und Schwanenwirt Jakob Friedrich Schäfer starb. Er hatte mit seiner Frau Eva Christine einen Ehevertrag abgeschlossen, der bestimmte, dass im Falle seines Todes seine Frau die Wirtschaft auch bei Wiederverheiratung weiterführen dürfe. Sollte aber ein Kind aus erster - seiner - Ehe heiraten, musste die Mutter die Wirtschaft dem Kind überlassen.


1832

Über achtzig Jahre war die Familie Schäfer im Besitz des Schwanens als 1832 der Bäckermeister Georg Sebastian Lehmann, die Tochter aus erster Ehe, Caroline Schäfer heiratete. Die Lehmanns bewirtschafteten das Haus mit einigem Erfolg, bis bei der großen Überschwemmung im Jahre 1837 ein schwerer Schaden von insgesamt 272,30 Gulden entstand.


1840

Nur drei Jahre nach der Katastrophe starb Caroline im Dezember 1840 im Alter von nur dreißig Jahren. Georg Sebastian lebte bis 1877.


1871

die erste Verpachtung an Johann Becker aus Waldangelloch. Als die Pacht nach drei Jahren auslief, wollten Daniel Scheuerling und seine Frau Barbara, eine geborene Bitterwolf aus Wolfartsweier, den Schwanen übernehmen. Allerdings stellte sich heraus, dass beide wegen Diebstahls vier Tage im Gefängnis abgesessen hatten. Doch der Gemeinderat befürwortete die Übernahme.


1886 / 88

1886 verkauften die das zweistöckige Haus mit der Realwirtschafts- Gerechtigkeit zum Schwanen samt den dazugehörigen Scheuern, zwei Stallungen, Schopf, Schweineställen und dem Brunnentrog, dazu den Hausgarten von 1 ar 60 qm an Luise Lehmann, geb. Beller, Ehefrau des Küfers Julius Lehmann in Grünwettersbach für 11.000 Mark. Nur zwei Jahre später, 1888, bezahlte der Metzger Julius Preiß aus Grünwettersbach für die gesamte Hofraithe mit der Schilder- Gerechtigkeit zum Schwanen insgesamt 13.575 Mark. Darin war auch die Schuldentilgung der Bierbrauereigesellschaft Eglau zu Durlach von über 5.000 Mark enthalten.


1937

In einem Einschätzungsverzeichnis von 1937 wird das Anwesen als zweigeschossiges Wohn- u. Wirtschaftsgebäude mit einem ¾ Holzbalkenkeller und einem Durchfahrtsüberbau beschrieben. Das Gebäude besteht aus Stein und Flechtriegeln und das Dach ist mit Ziegeln gedeckt. Es besitzt eine Vortreppe und eine Kelleraußentreppe, hat Läden, einen Dacheinbau, Ofen, Herd und Backofen, eine Wasser- u. elektrische Lichtleitung. Die dazugehörigen eingeschossigen Aborte, Schweineställe, Scheuer, Schopf und sonstigen Ställe sind ebenfalls aus Stein und Flechtriegeln je zu 1/3 und zu einem 1/3 offen und mit Schwarten versehen. Das Hauptgebäude wurde 1937 auf ein Alter von 176 Jahren geschätzt, die Ställe auf 114 Jahre, teils jünger. Aus den Akten geht zwar hervor, dass schon Michael Schäfer das erste Haus des Schwanen einmal um- oder sogar neu gebaut hat, aber wann, das wissen wir nicht.


1947/49

Jakob Preiß und seine Frau Christine Margarethe, eine geb. Kappler, bewirtschafteten den Schwanen. Als Jakob Preiß 1947 und seine Frau 1949 gestorben waren, und ihre vier Kinder nicht mehr lebten, übernahmen die Enkelin Hedwig, geb. Freiburger, und ihr Ehemann Rudolf Mangold, das Gasthaus. Heute gehört das Anwesen der Tochter Gisela.


1954

Nach und nach wurden Umbauten vorgenommen. Das Haus zum Unterdorf an der heutigen Wettersteinstrasse war zunächst ein Wohnhaus mit Mietwohnungen. 1954 wurde es neu erbaut und mit einem Überbau über der Durchfahrt zu einem Gesamtgebäude verschmolzen. Der Gasthausteil wurde 1964 besonders im Innenbereich renoviert. Seit dieser Zeit ist es wieder durch Pächter bewirtschaftet.


1964/81

In dieser Zeit waren das Wolfartsweierer Metzgers- Ehepaar Rudi und Klara Walschburger die Pächter. Die Atmosphäre im Lokal war von badischer Gemütlichkeit und einen großen runden Stammtisch geprägt, an dem immer einige Wolfartsweierer saßen.


1981/93

Als das Ehepaar Walschburger 1981 in den Ruhestand ging, übernahm das italienische Ehepaar
Bivona den Schwanen.


1993

Nachdem Familie Bivona die Jägerstuben in Ettlingen kauften, setzte das Ehepaar Balsamo die italienische Tradition fort. 1998 wurden die Gaststube und der Eingang von Grund auf renoviert. Die Außenwände erhielten einen neuen Anstrich.


2005

Im August dieses Jahres übernahmen Die Familien Geister und Kienle den Schwanen. Im Oktober eröffneten Sie dann das Wirtshaus Zum Schwanen mit deftiger badischer Küche, und laden ein, sich hier richtig wohl zu fühlen.


2009

Seit Juni führt Iris Geister das Wirtshaus allein. Ansonsten bleibt alles beim Alten, gute Küche weil hier die Chefin kocht, urige Gemütlichkeit sowie ein freundliches und nettes Schwanenteam.


Alle sind herzlich eingeladen, schöne Stunden im Schwanen zu verbringen.
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